Was passiert im Gehirn bei Dyskalkulie? Ein verständlicher Einblick in die Neurowissenschaft
5/8/20241 min read
Dyskalkulie ist keine Faulheit, keine Dummheit und keine schlechte Erziehung. Das wissen wir heute mit Sicherheit. Was wir auch wissen: Sie hat eine klare neurologische Grundlage. Doch was genau passiert im Gehirn von Menschen mit Dyskalkulie?
Der intraparietale Sulcus – unser Zahlen-Zentrum
Im hinteren Teil unseres Gehirns liegt ein Bereich, der für die Verarbeitung von Mengen und Zahlen besonders wichtig ist: der sogenannte intraparietale Sulcus (IPS). Bildgebende Verfahren wie fMRT zeigen, dass dieser Bereich bei Menschen mit Dyskalkulie deutlich weniger aktiv ist, wenn sie Zahlenaufgaben bearbeiten.
Das erklärt ein zentrales Phänomen: Betroffene können das Symbol „7" problemlos lesen und schreiben – aber ihr Gehirn verbindet dieses Symbol nicht automatisch und intuitiv mit der Menge sieben. Diese Verbindung, die wir bei den meisten Menschen als selbstverständlich voraussetzen, ist neurologisch schwächer ausgeprägt.


